Samstag, 1. August 2015

Leben ohne

In diesem Blog ist es in letzter Zeit recht still geworden. Und das, geneigte Leser, hat seinen guten Grund: Die Frohnatur, nach über dreieinhalb Jahren immer noch an meiner Seite, ist seit über einem Jahr gesundheitlich verhindert und es ist ungewiss, ob sie überhaupt wieder die nötige Gier erlangt, um sich auf mich zu stürzen.

Ein Jahr - so eine lange Sexpause hatte ich noch nie, seit ich mit 16 das erste Mal liiert war. Ich bin die Askese angegangen wie ein Pilgerer: Mit Gleichmut, Konzentration auf höhere Ziele und sehr viel Geduld. Ich kann sowas ganz gut.

In den vielen Tagen, Wochen, Monaten hat der Gleichmut immer wieder zu inneren Ungleichgewichten geführt. Anfangs hatte ich mit Testosteron-Attacken zu kämpfen, war über Tage und teils Wochen hinweg geladen und hatte doch keine Gelegenheit, mich richtig abzureagieren. Die Gegenreaktion, getrieben von Enttäuschung, war noch mehr Gleichmut, die Aufgabe von Neugier, die Entwöhnung von Lust, die Negierung von Bedürfnissen, das Ende von Sehnsucht. Mein Gleichmut endete in der Depression.

Ich möchte nicht aufgeben. Es wird eine Lösung geben. Für mich sieht sie derzeit noch nach der Quadratur des Kreises aus: Ein Sexleben zu haben, ohne Sex zu haben. Mich auszuleben, ohne der Frohnatur ein Gefühl der Minderwertigkeit zu geben. Ich brauche mehr Transzendenz beim Vögeln und einen neuen Narrativ für die Bedeutung von Sex in der Beziehung. Ich brauche vieles, von dem ich noch nichts weiß. Ich mache mich mal auf die Suche. Vielleicht, geneigte Leser, habt ihr ja ein paar Tipps für mich.

Kommentare:

Stolperstein hat gesagt…

Durchhalten. Sie scheint es wert zu sein!

Schlapphut hat gesagt…

Mit dem Durchhalten ist es so eine Sache. Wenn ein Ende absehbar ist, kann man das machen. Aber das Ende ist nicht absehbar. Und dann? Sollte ich mich selbst aufgeben?