Donnerstag, 28. Februar 2019

Proud to share

Das Kindermädchen bedeutet mir immer mehr. Aber sie ist nicht die einzige, die mich durch den Neuanfang begleitet. Eine alte Bekannte steht mit zur Seite, im Leben und im Bett. Beide kennen sich auch noch. Das Konfliktpotential könnte nicht größer sein. Ich habe mich überwunden, und dem Kindermädchen angekündigt, wer mich demnächst besucht und wie dieser Abend enden könnte. Ihre Antwort:
Ich weiß es echt zu schätzen, dass du mich deshalb fragst und offen bist. Wenn du dich mit ihr triffst, freue ich mich darüber. Und das sage ich nicht einfach so. Ihr beide seid Personen, die ich sehr mag und denen ich vertraue. Mach dir also gar keine Gedanken deshalb. 💋 Ich wünsche euch einen schönen Abend, egal was passiert.
Und damit habe ich mich in sie verliebt.

Dienstag, 19. Februar 2019

Gestensteuerung

Geneigte Leser, ich bin verknallt! Señorita Pusteblume sagt zwar immer, das solle man nicht so ernst nehmen, ich sei ständig in irgendjemanden verknallt. Aber es ist doch besonders.

Die neue Liebschaft ist ein Kindermädchen, und wenn die Eltern wüssten, was sie so in ihrer Freizeit treibt, würden sie sich vielleicht nochmal überlegen, ob sie ihr ihre Kinder anvertrauen. Man muss ihr ihren Spaß gönnen können (das tue ich, schon seit jeher), und sie gönnt mir meinen Spaß. Andererseits ist das ein Charakterzug, der auch der Zukunft unserer Gesellschaft ganz gut tun würde.

Unsere erste gemeinsame Nacht verlangte nach einer Fortsetzung. Und es war schön, wie wir aus verschiedenen Richtungen kommend unsere Gemeinsamkeiten fanden. Sie mag es gern hart, ich gefühlig, und so bekam sie zärtliches lecken mit heftigen Orgasmen.
Kurze Lerneinheit für die jungen Leser: Wenn Ihr eine Frau fingert oder leckt, achtet präzise darauf, was sie macht, wie sie guckt, wie sie atmet, wie sich ihre Fingerspitzen, ihr Becken, ihre Oberschenkel bewegen. Beobachtet alles und macht Euch einen Reim darauf, ob ihr genauso (bei Druckpunkt, Rhythmus und Intensität) weitermacht oder variiert. Beides ist gut. Ihr müsst nur erkennen, wann ihr was macht. Genau zu beobachten ist entscheidend, wenn ihr nachher hören wollt, dass das "einfach der Wahnsinn" war.
Ich habe im Spiel eine Gestenkombination gefunden, die sie abgeschossen hat. Im Zustand guter Erregung habe ich mit der klassischen Bewegung für squirten begonnen. Mit den Fingern macht man da eigentlich keine Kunststücke, die Kraft kommt aus dem Unterarm. Aber am Ende, als sich ihre Muskulatur schon anspannte, da habe ich diese  Bewegung eingestellt und Mittel- und Ringfinger einmal von innen gegen ihr Schambein, ihren G-Punkt gedrückt. Und es machte Peng!

In solchen Momente kommt bei mir das Spielkind durch. Also habe ich es wiederholt. Und wiederholt. Überraschung! Es funktioniert auch ein viertes Mal. Und so weiter und so fort.

Wenn sie mir dann sagt, dass ich verrückt bin, dann fühle ich mich geliebt.

Montag, 18. Februar 2019

Beseelt

Aber ich habe auch Glück. Bei Frauen, die meine Liebe annehmen, mich durch diese Phase des Neuanfangs begleiten, mir Nähe schenken, die mich genießen und die ich genießen kann. Von Zeit zu Zeit.

Eine von Ihnen trat mitten in der Zeit des Umbruchs in mein Leben. Wir wussten schon nach kurzer Zeit, wie wichtig wir uns waren. Und als uns nichts mehr hinderte, hatten wir ein klassisches Date, zogen durch die Bars, lernten uns kennen, lachten, knutschten irgendwann, voller Hingabe, voller Bedacht, ohne Achtung all der Menschen an den Nachbartischen. Und dann führte sie mich zu sich nach Hause. Und es gab keinen Sex, aber wildes Anschmiegen, Küssen, Streicheln. Und dann schliefen wir ein. Und wachten Arm in Arm auf. Ich war so beseelt! Es erinnerte mich an etwas.

Sonntag, 17. Februar 2019

Neuanfang / Neuankunft

Geneigte Leser, es wird mal wieder Zeit zu bloggen. Ich bin wieder beim Neuanfang. Hinter mir liegen Jahre mit der Liebe meines Lebens, die mir so viel gegeben und mir so viel genommen hat, am Ende sogar sich selbst.

Und mit der ich so intensiv zusammengelebt habe, die mich so geprägt hat, wie sonst wohl nur meine Eltern. Nach Jahren maximaler Glücksgefühle und existentieller Dramen hat sich mein Wertesystem verschoben. Ich predige Liebe als Allheilmittel für...ja, für alles! Ich begegne meinen Nächsten mit Zuneigung, auch mit aller persönlicher Schwäche, und genieße, wie Sie meine Verwundbarkeit nicht ausnutzen, sondern mich in all meinen Facetten annehmen. Und wer mich angreift, den bekämpfe ich nicht. Ich gehe ihm einfach aus dem Weg, und dann ist er weg.

Das Ende meines letzten Lebensabschnitts ist auch das Ende einer Phase der Enthaltsamkeit. Und auch das wurde mehr als deutlich in den letzten Jahren: Enthaltsamkeit widerspricht meinem Naturell. So begebe ich mich auf die bekannten Pfade der Kontaktanbahnung und fühle mich plötzlich so fremd in einer Welt der Lust, der ich mich einst doch so zugehörig fühlte. Alle wollen Aufregung und Abenteuer, unkomplizierte Treffen mit Typen, die ein breites Set an Körper- und Wesensmerkmalen erfüllen sollen. Ich möchte einfach nur in Augen schauen, die mich begeistern, geschmeidige Körper im Arm halten und gemeinsam aufwachen. Ich hätte gerade gern gefühligen Blümchensex, aber mir begegnen fast nur Annoncen, die sich gern erniedrigen lassen möchten. Ich möchte den Menschen Liebe geben, aber sie wollen gehauen werden.

Ich bleibe hoffnungsfroh. Die Liebe gewinnt.

Freitag, 28. Juli 2017

Der Disconnect von Tantra

Geneigte Leser, die Zeiten bleiben karg, aber auch in der Wüste gedeiht einmal eine Blume. Ich fühlte mich neulich wie die Rose von Jericho, die mit einem Bisschen vom Richtigen aus der Dürre wieder aufblüht, als sei nie etwas gewesen.
Die Frohnatur ist weiter unpässlich. Doch neulich erinnerte sie sich wieder an die guten alten Zeiten, als sie voller Begeisterung von einer Tantra-Massage zurückkam. Schon damals hatte sie mir nahe gelegt, das erotische Spiel an der Grenze zur Transzendenz mitzumachen. Ich hatte stets Vorbehalte gegen jede Form sexueller Dienstleistung, nun hat sie im Gegenzug Fakten geschaffen und mich zu einem Termin angemeldet.

Am Ende des Hinterhofs führte die Treppe in den zweiten Stock des Hauses. Die Tür zum Studio öffnete sich und ich wurde sofort in ein Zimmer gelotst, mit Matratze auf dem Boden, dunklen, hohen Wänden, Orient-Deko ringsum und atmosphärischen Klängen aus dem Hintergrund. Die Chefin reichte Sekt und erklärte kurz die Regeln, bitte nichts in irgendwelche Körperöffnungen stecken. Das sei hier schließlich keine Prostitution. Danach wurden mir nacheinander drei Frauen vorgestellt. Ich entschied mich für Verona.

Dieser geordnete Vorgang, diese Professionalität, all das wirkte geschäftig und damit so gar nicht leidenschaftlich. Wie soll in einem so kontrollierten Umfeld Extase entstehen?

Da halfen auch die Small Talk Fähigkeiten von Verona nicht weiter. Nein, sie waren sogar fehl am Platz, als wir zum Auftakt unter die Dusche verschwanden. Das Wetter oder die Pläne für den Nachmittag zu besprechen, das passte nicht, als sie mir - halb anzüglich, halb pflegerisch - die Eier einseifte.

Schon irre, dass mich nicht mal der Anblick ihres nackten Körpers in Stimmung brachte. Die zierliche Gestalt mit schwarzen Haaren und mediterraner Hautfarbe war eigentlich genau mein Typ. Aber aus Höflichkeit habe ich sie nicht mal richtig angeglotzt.

Gegen die Höflichkeit griff ich zum Sekt, der auf einem runden Tischchen neben der Matratze des Zimmers stand. In einem unbeobachteten Moment habe ich das Glas weggeext.

"Leg Dich bitte auf den Bauch. Von mir aus auch mit Handtuch, aber ohne ist natürlich schöner. Und jetzt die Beine leicht auseinander. Achtung, jetzt kommt das Öl." Sehr sehr viele Anweisungen. Hätte sie eine Domina gespielt, hätte ich mir das vielleicht noch gefallen lassen. So konzentrierte ich mich statt mich hinzugeben.

Dabei war das eigentlich genau meins. Sie übergoss erst meinen, dann ihren Körper mit Öl, legte sich auf mich, glitt über meinen Rücken, "massierte" mich mit der Härte ihrer trainierten Muskelstränge. Dabei mühte sie sich um Stimmungsaufbau, atmete betont tief und betont nah an meinem Ohr.

So weit, so bemüht. Aber ich bekam nicht aus dem Kopf, dass hier jemand Erregung spielt, weil sie bezahlt wird. Das ganze Spiel um die Erotik ist für mich geprägt von Eroberung meinerseits und dem Erobertwerden meiner Partnerin. Ich habe das an anderer Stelle mal breit aufgefächert. Hier jedenfalls musste ich nichts tun, Verona strengte sich dagegen an. Wir standen damit in keiner wechselseitigen Beziehung zueinander.

Ich mühte mich deshalb um Bindungsaufbau, griff ihre Hand, wann immer Verona sich neben meinem Kopf abstützte. Sie setzte ihr Programm fort. Und ich wusste innnerlich, dass erst Teil Zwei interessant werden würde: wenn ich mich auf den Rücken legen und ihr in die Augen schauen würde.

In der Zwischenzeit suchte ich nach so etwas wie Entspannung - nicht ganz so einfach, wenn sie sich um meine Erregung bemüht, bei flüchtigen Handbewegungen unter meinen Körper an meinen Schwanz aber feststellt, dass sie nicht erfolgreich ist. Bezahlt oder nicht: ich habe den Anspruch, immer fickbereit zu sein.

Die Wende auf den Rücken brachte schließlich die Erlösung. Denn: Mein Gott, in glänzendem Öl sah dieser Körper noch eine ganze Ecke besser aus! Und sie präsentierte ihn aus allen Richtungen: flach auf mir liegend, gestreckt auf mir sitzend, mit dem Kopf zwischen den Beinen (Oberschenkelinnenseiten anpustend), mitunter rittlinks über meinem Gesicht kniend. Sie deutete jede gängige Stellung an.

Mit diesem Kopfkino hatte sie mich gekriegt.

Aber auch mit den menschlichen Zügen, die ich durch ihren Anblick entdeckte. Etwa, als sie kurz zur Erholung von mir runterkrabbelte, nachdem sie ihr Becken wohl etwas zu lange an meinem Oberschenkel geschubbert hatte (ich hab den Muskel angespannt ;) ) und fast die Kontrolle über sich verlor. Oder als sie sich entschuldigte, weil sie ins Schwitzen kam und auf mich tropfte. Als ob schwitzende Frauen weniger attraktiv wären als schwitzende Männer.

In diesen Momenten wurde sie menschlich, war sie mir sympathisch. Das hatte es gebraucht, um mich bei ihr wohlzufühlen und letztlich zwischen ihren glitschigen Fingern zu kommen.

Die Rose war erblüht. Die Lebenslust trug mich durch den Tag und es verging fast eine Woche, bis die Beschwingtheit nachließ. Lust im Auftrag bleibt weiterhin unvollständig. Aber es ist nicht wirkungslos.

Freitag, 2. September 2016

Muskelspiel mit Buttplug

Es ist schon komisch: Während Körper ja sehr schön sein können, sind ergonomische Geräte, die sich also dem Körper anpassen, eher nicht so schön. Wenn es um Sextoys geht, steht die Optik dem Orgasmus im Weg - und umgekehrt.

Wieder ein Ausflug in fremde Gefilde. Ich hatte die Frau online kennengelernt, wir hatten und mehrmals unverbindlich getroffen, ein wirklich sympathischer Mensch. Definitiv mehr als ein bloßes Sexdate. Doch eigentlich wussten wir beide, worauf das hinausläuft.

Als ich im Flur dicht vor ihr stand, fiel mir auf, wie klein sie eigentlich ist. Ihr Haaransatz traf mein Kinn, bevor ich meinen Kopf senkte und sie ihren anhob. Die weiche Zunge kontrastierte wunderbar mit dem harten Piercing darauf. Ich packte die glatte Haut an ihrem Arsch, knetete ihn, fuhr dann wieder sachte mit den Fingerspitzen drüber, knetete ihn wieder, heftiger, gieriger, wurde überrascht. Diese Frau hatte einen Plug im Arsch stecken. Kopfkino! Ich drückte rhythmisch auf den Plug und ihre Küsse wurden immer unkonzentrierter.

Ich wollte das jetzt mal bewundern dürfen. Sie kniete sich, nur noch den Tanga an, vor mir aufs Bett. Ich versenkte mein Gesicht sofort in dem hellen Fleisch, inzwischen ebenso unkonzentriert. Ich schob das letzte Stückchen Stoff beiseite und mir funkelte ein rubinfarbener, geschliffener Stein entgegen. Der knipste wohl meine Spiegelneuronen an, meine Augen funkelten mit dem Stein um die Wette. Und mein Spieltrieb war geweckt. Während ich an ihrer Klit saugte, zog ich den Plug immer wieder zur Hälfte heraus, beobachtete ihre Muskelspannung, bei langsamen Bewegungen, bei schnellen Vibrationen. In mir brach der Enthusiasmus eines Forschers aus.

Gier machte sich breit. Sie wollte mehr, mehr, immer mehr. Und ich erst! Mit dem Rücken in ihren Kissen versunken lies ich sie machen und schaute zu, wie sie sich auf mich kniete. Der Plug in ihrem Arsch machte Sie zusätzlich eng. Und ihrem Gesichtsausdruck, den sich auflösenden Zügen, konnte ich entnehmen, dass das hier schon das Ende hätte sein können. Langsam, schön langsam, nur keine heftigen Bewegungen, tief atmen. Sie konnte ihren Höhepunkt gerade noch abwenden.

"Was guckst Du so?", fragte sie. Ich musste in mich reinhorchen um zu verstehen, was sie irritierte. Es war wohl mein grenzenloses Selbstbewusstsein. Ich legte das verschmitzte Lächeln der Überlegenheit auf, denn ich war hier Derjenige, der noch Kontrolle über die Situation hatte. Ihre Körpersprache hingegen oszillierte zwischen der totalen Hingabe und dem Ringen um die eigene Fassung. Ich schaute diesem Ringen interessiert zu, lockte ihre Lust durch gezieltes Knöpfe drücken: eine knetende Hand an ihren Brüsten, ein paar Fingernägel an ihren Seiten, eine Streicheleinheit auf ihren Oberschenkeln, immer neugierig auf ihre Reaktion.

Wir wandelten vom Bett zur Couch, auf den Tisch, vor den Spiegel. Sie war schon das ein oder andere Mal gekommen, als ich das Spiel aufgab. Ihre Beine hinter meinem Rücken verschränkt begrub ich sie unter mir. Meine Hände verhakten sich hinter ihrem Hals, so konnte ich unsere Körper noch fester aneinanderdrücken. Maximale Körperspannung, ein Grollen aus meiner Kehle, ein Schweißfilm zwischen unseren Körpern, Knistern im Kopf.

Ich sei so beherrscht gewesen, doch am Ende habe ich wie ein Werwolf ausgesehen. Jetzt war ich wieder anschmiegsam. Aus Spiel wurde Aggression wurde Harmonie.

Freitag, 13. Mai 2016

Zurück zum Tier in uns

Die Frage, ob der Mensch ein Wesen der Natur oder eines der Kultur ist, beschäftigt die Literatur schon seit ein paar hundert Jahren. Und zum philosophischen Charakter dieser Frage passt, dass sie wohl nie abschließend beantwortet werden kann. Im Film "Wild" stellt sich die Frage erneut, als Protagonistin Anja sich vom gesellschaftlichen Common Sense abwendet und durch die Zuneigung zu einem Wolf ihre innere Natur entdeckt.
Für Rezensionen zum Thema verweise ich lieber auf Spiegel Online oder die NZZ. Mir geht es um die Frage, ob es eine gute Idee ist, sein Sexualleben zu optimieren. Geneigte Leser, sicher werdet Ihr zustimmen, dass gesellschaftliche Normen überwunden und wir in unserer  Sexualität viel offener sein sollten. Nur ist es so: sexuelle Offenheit ist von der Option zum Erzählmuster der Debatte geworden. Ich wittere - wie auch in anderen gesellschaftlichen Fragen - eine Norm zur Außergewöhnlichkeit als neue erstrebenswerte Norm der Sexualität.

Ich schließe mich da nicht aus. In meinem Blog geht es seit Jahren um die äußerliche Beschreibung von Sex. Ist auch schön greifbar und plakativ. Beim Sextalk mit Freunden steht das auch im Vordergrund, das innerliche Erleben, die gegenseitige Anziehungskraft, die differenzierte Beschreibung sinnlicher Erfahrung ist mir da zu selten präsent. Phrasen wie "Mit lief ein Schauer über den Rücken" oder Ich habe seinen Geruch genossen" oder "zwischen unseren Blicken blitzte es" habe ich schon länger nicht mehr gehört oder gelesen.

Ich glaube, ohne Magic Wand, ohne Swingen, ohne Gynstuhl würden wir Sex viel stärker sinnlich erleben. Ein animalisher, weniger technischer Sex, Lust ohne Leistungsdruck, sondern als Ausdruck der Empfindung, das ist ein althergebrachter Narrativ, den man wieder mal fördern könnte.

Ich werde versuchen, daran mitzuwirken.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Ungleichgewicht

Hast Du Deinen Spaß genossen?
Ich glaube, Ja, denn es flossen
Bäche über Deine Schenkel
Das Bettlaken voller Sprenkel

Job done, sagt mein inneres Ich
So frag ich und bedränge Dich
Dass wir nun spielen nach meinen Regeln
Orgasmuszahlen sich einpegeln

Du seist jetzt wund, es sei nicht so leicht
Du seist jetzt müde, später vielleicht
Kein Problem, sag ich ganz leicht
Und denke mir: Fuck you!

Montag, 2. Mai 2016

Teil von mir


In der allerletzten Nacht
Hast Du nochmal alles gegeben
Halb verzweifelt, halb gespielt
Hast Du Dich mir hingegeben
Doch da war es schon zu spät
Die Entscheidung war gefall‘n
Wusste nicht, ob’s richtig war
Doch das war jetzt ganz egal

Aus Harmonie wurde Enge
Doch die Weite lockte mich
Schlussmachen war schwierig
Doch seitdem schau ich ins Licht
Das Herz, das schlägt jetzt schneller
Und drückt gegen die Brust
Ich fühl mich wie im Rausch
Nach all dem Zweifel, all dem Frust

Die Augen glühen im Wettstreit
Mit dem Himmel in tiefblau
Und der ungezügelte Blick
Trifft auf jede neue Frau
Hatte schon ganz vergessen
Wie ein Kuss kribbeln kann
Fühl mich unbezwingbar
Fühl mich wie der tollste Mann

In stillen Momenten hock ich
Allein in meinem Zimmer
Wünscht ich könnt zu Dir zurück
Und alles wär wie immer
Doch das Leben ist ‘ne Grade
Und sie zeigt immer nach vorn
Frag nicht, was Du anderes tätest
Würdest Du erneut gebor’n

Frauen kommen und gehen
Doch so ganz gehen sie nie
Ein Teil bleibt immer bei mir
In meinem Wesen, meiner Fantasie
Und mit jeder weiß ich besser
Was in der Liebe möglich ist
Bis die Eine vor mir steht
Die völlig perfekt ist

Dienstag, 26. April 2016

Der Sex der Anderen II

Während ich Rücksicht auf die Umstände der Frohnatur nehme, schwelgt Señorita Pusteblume bei den allwöchentlichen Telefonaten in immer aufregenderen Eskapaden mit immer neuen Männern. Alle sind reif, groß, muskulös und potent. Der neulich erwähnte Sexgott entstammt offenbar einer polytheistischen Religion und hat noch zwei Nebengötter.

Und weil sich beim Pusteblümchen kein Sättigungsgefühl einstellt, treibt sie es immer weiter. Denn was ist besser, als ein Sexgott? Richtig, zwei. Das Dreier-Date ist offenbar schon in trockenen Tüchern und meine Vorstellungskraft gerät an ihre Grenzen, wenn ich an den Exzess der drei denke. Daran, wie die Hünen die starke, selbstbewusste, wilde, offensive Señorita überfordern. Sie sie sich mit Kratzern revanchiert. Wie sie zur Strafe gefesselt und so noch mehr Objekt wird. Wie die Scheiben beschlagen.

Die Gedanken sind besser als jedes Filmchen und schlechter als jeder Sex (naja, fast jeder Sex). Die Erzählungen von Señorita Pusteblume kicken mich. Und sie offenbaren, was ich alles verpasse. Ambivalenz ist anstrengend. Wenngleich bekannt.

Am Telefon haben wir ihre bevorstehende Eskapade auch für mich weitergetrieben. Ich könnte ja währenddessen fotografieren. Das war anfangs als Witz gemeint. Aber ich freunde mich mehr und mehr mit dem Gedanken an.